Wie alles begann

Inmitten der Weinberge gelegen, war die Existenz von unteririschen Gewässern der einheimischen Bevölkerung schon seit langem bekannt.
Der jetzige Eingang war vollkommen verwuchert und sehr schwer begehbar. Nur ein paar Winzer kamen um ihre Flasche „Fendant“ in dem kleinen See zu kühlen. Das Niveau des Wassers reichte damals bis über die heutige Deckenhöhe. Als das Wasser im Frühjahr sank, kam die Grotte zum Vorschein. Die Bewohner von St-Léonard setzten die schweizerische Gesellschaft für Höhlenforschung in Kenntnis, die sofort zwei Mitglieder vor Ort schickte
An Ostern 1943 soll der berühmte Höhlenforscher Jean-Jacques Pittard, in Begleitung von Jacques Della Santa, die Höhle mithilfe einer Luftmatratze erforscht haben. Nach mehreren Stunden in der Grotte, kommen sie wieder heraus, um die ersten Messungen vorzunehmen, ganz erfüllt von der Schönheit der Anlage.
Am 25. Januar 1946 um 18 Uhr 32 erschüttert ein grosses Erdbeben die Region, auf der Richterskala von 6,1 mit dem Epizentrum in Sitten-Ayent. Es entstehen risiege Risse in den senkrechten Mauern und auf dem Grund des Sees, durch diese beginnt das Wasser zu sinken. Der See wird schiffbar

Im Jahre 1949 wurde der unterirdische See dank der Unternehmungslust von zwei jungen Leuten aus Saint-Léonard, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sie erhalten geschäftliches Nutzungsrecht von der Gemeinde von St-Léonard und bauen gemeinsam mit dem Dorfböttcher ein Boot. 1950 erlässt die Gemeinde ein neues Nutzungsrecht, installiert die Beleuchtung und eröffnet den „Unterirdischen See von St-Léonard, der einer von den meistbesuchten Grotten der Schweiz ird.

Geologie - zu den Ursprüngen der Alpen

Der „Der Unterirdische See von St-Léonard“ verdankt seine Existenz der Überlagerung von Phänomenen der Geologie, Plattentektonik, Hydrologie und seiner geographischen Lage. Seine Entstehung erfolgte in mehreren Etappen und dauert bis heute an.

Alles beginnt mit dem Erscheinen und der Platzierung der drei Felsen, die den See umgeben. Die Nordwand besteht aus schwarzem Schiefer oder „Kohlenschiefer„, einem Gestein aus dem Karbon (mehr als 300 Millionen Jahre alt), während die Südwand aus Marmor, „dem Stein von St-Leonard„, besteht. Diese beiden Felsen, die vollkommen wasserdicht sind, ermöglichen das seitliche Zurückhalten von Wasser im Inneren der Höhle. In der Mitte dieser beiden Felsen finden wir Gips oder „Gipsstein“, ein Sedimentgestein, das mit der Zeit porös und wasserlöslich wird. Dieser Gips, der vor 220 Millionen Jahren auftauchte, als das Wallis noch ein riesiger Ozean war, wäre bei der Entstehung der Alpen zwischen den Marmorbalken und den Schieferbalken geschoben worden.

Während das Auftreten und die Einlagerung dieser Gesteine über mehrere hundert Millionen Jahre erfolgte, wird die Ausgrabung des Hohlraums durch die Einwirkung von Wasser auf den Gips erst einige tausend Jahre zurückverfolgt. Eine Hypothese geht sogar davon aus, dass der Erosionsprozess in der Nacheiszeit begann, also vor weniger als 12.000 Jahren.

Das abfließende Wasser sickert durch den durchlässigen Gips, begünstigt durch die zahlreichen Risse, die durch die häufigen Erdbeben in der Region verursacht werden, und auch durch die geographische Lage des Sees, am Fuße und an der Seite des Berges. Diese Wässer steigen entlang des Hangs herab und sickern durch den Gips in den Untergrund ein und bilden durch „auflösende Wirkung“ unterirdische Kanäle. Mit der Zeit dehnen sich diese Kanäle aus und bilden Brunnen, die das Wasser tiefer bringen und speichern.

Diese Wässer führen zu einem Phänomen der „Desquamation“, das den wasserdurchtränkten Gips dazu zwingt, im Volumen zu quellen, wodurch er sich ablöst und in Richtung des Bodens des entstehenden Hohlraums kollabiert. Dieser Erosionsprozess ermöglichte die Bildung des „Unterirschen Sees von St-Léonard“, dessen Ausdehnung bis heute anhält.

Hydrologie - an den Quellen des Sees

Das Wasser im „Unterirdischen See von St-Léonard“ stammt aus verschiedenen Quellen. Da der See sich 30 bis 70 Meter unter den Weinbergen von St-Léonard befindet und bewässert wird, dringt ein wenig von dem Wasser durch den Gips in den See ein. Dieses Wasser macht jedoch nur einen sehr geringen Anteil aus, den weitaus höheren Anteil nehmen Regenwasser und Schmelzwasser ein. Beides fließt den Hang des Berges hinunter und beginnt den Prozess der Infiltration, wenn es auf den Gips stößt. Es soll auch unterirdische Quellen geben, die das Wasser direkt in den See bringen. Diese Quellen sind vor allem am Anfang des Jahres beim Schmelzen des Höhenschnees aktiv.

Alle diese Gewässer durchlaufen den See und versickern dann im Grundwasser der Rhôneebene. Dies geschieht durch Risse, die sich vor allem im Einstiegsbereichs befinden.

Die nächsten Konzerte

Visite guidée en barque